Radsport Wagenfeld

TuS Wagenfeld

Zum Mittagessen nach Cuxhaven…

von Uwe Brandt

Der Gedanke, mal mit dem Rennrad an die Nordsee zu fahren, kam mir schon des Öfteren. Erfahrungen mit einer so langen Strecke hatte ich bereits gesammelt, unter anderem bei einer geführten 400 km-Tour in Ochtrup , an der seinerzeit auch mein Vereinskamerad Achim Jakobmeyer teilnahm. Als ich dann erfuhr, dass meine Schwiegereltern gerade in Cuxhaven Urlaub macht en, war der Entschluss schnell gefasst:

Am frühen Morgen (4:15 Uhr)  des 15.06.2017 machte ich mich auf den Weg.  Laut meiner Streckenplanung lagen 220 km vor mir. Ich wählte absichtlich eine etwas längere Route, um nicht durch Bremen und Bremerhaven fahren zu müssen.

Die ersten Stunden waren sehr angenehm zu fahren, die Straßen waren ja noch leer und die Temperatur war auch noch nicht so hoch. Das sollte sich im Laufe des Tages aber ändern – über 30 °C sollten es werden, bei ständigem Wind.

Über Kirchdorf, Bruchhausen-Vilsen, Achim und Bremervörde erreichte ich nach einigen Stopps zwecks Getränke-Nachschub gegen 13:00 Uhr Cuxhaven. Nach freudiger Begrüßung, einem gemeinsamen Mittagessen und dem anschließendem „Beweisfoto“ auf dem Deich, machte ich mich mit den besten Wünschen der Familie auf den Rückweg. Weitere 225 km lagen jetzt noch vor mir. Das Wetter schlug plötzlich um: Nach Hitze und starkem Wind auf dem Hinweg, waren jetzt Gewitter im Anmarsch.

So kam es, dass ich erst um 19:00 Uhr, nach mehreren „Regenstopps“ , wieder in Achim war –  pitschnass und immer noch waren es über 100 km bis nach Hause. Den Gedanken, einfach nach Bremen zu radeln, um den Rest der Strecke mit dem Zug zu fahren, verwarf ich schnell wieder: „Das schaffst Du jetzt auch noch!“, sagte ich mir, biss die Zähne zusammen und machte mich auf den gefühlt längsten Teil der Strecke. Mittlerweile war es stockdunkel, die letzten Körner wurden verbraucht.

 Gegen Mitternacht, ohne Panne, erreichte ich dann endlich Lavelsloh: Nach 16:50 Stunden Fahrzeit, mit 445 km in den Beinen, kaputt aber glücklich!

Kommentare sind geschlossen.